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Die Reform des Umweltbonus wird wahrscheinlich zu einem Rückgang der Bestellungen für E-Fahrzeuge führen - electrive net


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    Die Nachfrage nach Elektroautos ist in Deutschland nach der Anfang 2023 in Kraft getretenen Reform des Umweltbonus mit reduzierten Kaufprämien massiv eingebrochen, wie ein Medienbericht suggeriert. Besonders bei einem Hersteller soll die Lage brisant sein: Volkswagen.

    Für den Juni hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) jüngst noch 52.988 neue Elektro-Pkw gemeldet, ein Plus von 64,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die bislang noch positiven Neuzulassungszahlen basieren demnach im Wesentlichen auf den Restaufträgen von 2022. „Renault, Audi, Mercedes, selbst Porsche oder Tesla – überall werden die Händler ihre Elektroautos nicht mehr los. Vom Boom der vergangenen Jahre ist aktuell nichts mehr zu spüren“, so das „Manager Magazin“.

    Besonders brisant sei der Rückgang der E-Auto-Nachfrage bei Volkswagen. Um die Jahreswende habe der Auftragsbestand für das Elektroauto-Werk in Zwickau noch bei knapp 300.000 Autos gelegen, doch aktuell sei die Zahl der Aufträge auf deutlich weniger als die Hälfte geschrumpft. „Wir haben seit Januar eine starke Kaufzurückhaltung bei E-Autos, egal welcher Marke“, wird ein Volkswagen-Konzernhändler zitiert. Für den ID.4 habe es im vergangenen Jahr einmal 75.000 Bestellungen gegeben, geblieben seien davon keine 20.000. Falls sich die Lage nicht rasch bessere, soll die Produktion im E-Auto-Werk Zwickau vom Dreischicht- auf Zweischichtbetrieb umgestellt werden. In Zwickau werden neben dem ID.4 auch der Coupé-Ableger ID.5, der kompakte ID.3, der Cupra Born und der Audi Q4 e-tron als SUV und als Sportback gebaut. Sollte tatsächlich die dritte Schicht wegfallen, wären also mehrere E-Modelle des Konzerns betroffen.

    Ende Juni wurde bereits berichtet, dass VW in seinem Werk in Emden vorübergehend die Produktion von Elektroautos reduziert. In Wolfsburg, wo VW für rund 50 Millionen Euro eine zusätzliche Produktionslinie für den ID.3 als Überlaufproduktion aus Zwickau eingerichtet hat, sollen laut dem „Manager Magazin“ derzeit nur eine „kleine zweistellige“ Zahl an ID.3 pro Tag gefertigt werden. Laut „Handelsblatt“ hat Volkswagen nicht nur in Deutschland, sondern in Europa insgesamt mit Nachfrageproblemen bei seinen Elektromodellen zu kämpfen.

    Für diese brisante Lage soll der Wolfsburger Vorstand das Topmanagement sensibilisiert haben, um es freundlich auszudrücken. Das „Manager Magazin“ schreibt von einer Brandrede, die VW-Markenchef Thomas Schäfer an diesem Montag vor rund 2.000 aus aller Welt zugeschalteten Managerinnen und Managern gehalten haben soll. „Der Dachstuhl brennt“, soll Schäfer laut Teilnehmenden gesagt haben. Da die Wirtschaft in eine Rezession laufe, Wettbewerber im gleichen Segment 2-3 Mal so viel verdienen wie die Marke VW, braue sich „der perfekte Sturm zusammen“. Untermauert wurde die Mahnung mit einer einschneidenden Maßnahme: Schäfer soll einen sofortigen Ausgabestopp verhängt haben. „Nichts mehr solle genehmigt werden außerhalb der großen Investitionen, was nicht gesetzlich vorgeschrieben sei“, schreibt das Magazin. Von Volkswagen bestätigt ist diese Information aber nicht.

    Die These, dass die Umweltbonus-Reform die Elektroauto-Aufträge einbrechen lasse, wird in dem Artikel allerdings nur mit Zahlen aus dem VW-Konzern untermauert. Von Porsche heißt es ohne Quellenangabe lediglich, dass sich die Taycan-Nachfrage in Deutschland etwa halbiert habe – der Taycan ist aber ohnehin nicht förderfähig, die Umweltbonus-Novelle kann hier somit nicht der Grund sein. Zur sinkenden Nachfrage bei Tesla schreibt das Magazin, dass „die Höfe und Parkplätze in den vergangenen Wochen deutlich voller gestanden haben als gewohnt“.

    Der Bericht legt allerdings auch nahe, dass das Problem bei Volkswagen hausgemacht sein könnte. Als im Zuge der Halbleiter-Krise und der Produktionsprobleme nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nur wenige E-Autos gebaut werden konnten, habe VW seine Händler angewiesen, „Kunden mobil zu halten“ – es wurden also zum Beispiel auslaufende Leasingverträge verlängert. Da die Produktion aber schneller anlief als gedacht, gab es keine Abnehmer, da die Kunden noch ihren verlängerten Leasingvertrag erfüllten.
    manager-magazin.de (Paywall)

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    Author: Brittany Sampson

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